Bundesverband Kalksandsteinindustrie e. V.

Barrierefreie Wohnung als Komfortmerkmal

Als die Überarbeitung der DIN-Normen 18025 Teile 1 und 2 aus den Jahren 1972 und 1974 anstand, versuchte man, Planungsparameter zu finden, die auf möglichst viele Menschen zutreffen. Es wurde allen Fachleuten sehr bald klar, dass es nicht möglich ist, die vielfältigen individuellen Bedürfnisse aller Menschen in ein Planungsraster einzubringen. Mit DIN 18025-2 sollte eine neue Qualität des Wohnens geschaffen werden: Ein Baustandard, der den Anspruch erfüllt, dass man in diesen Wohnungen alt werden kann.

Neu sind in der DIN 18040-2 die umfangreichen Empfehlungen zu Verbesserungen an die Wahrnehmung der Umwelt. Vorrangig für den Menschen ist die visuelle Wahrnehmung. Ausgleichend hierzu wirken die Sinne Hören, Tasten und Riechen.

Wesentliche Bedeutung für barrierefreie Wohnungen haben:

  • Der Entwurf eines Wohngebäudes  sollte einen maximalen Anteil an Tageslicht enthalten. Lampen könnten zukünftig das fehlende Sonnenlicht ersetzen. Intelligente Beleuchtungssysteme reagieren je nach Tageszeit auf die notwendigen Lichtspektren. Verkehrsflächen wie Hauseingänge, Flure, Treppenhäuser, Rampen oder Aufzüge sind besonders gut auszuleuchten.
  • Die Planungsparameter von Flur- bzw. Türbreiten werden über die Landesbauordnungen vorgegeben. In der Regel sind sie so bemessen, dass eine barrierefreie Nutzung möglich ist. Die Türbreiten für Wohnungen von Nichtrollstuhlnutzern sind weiterhin mit > 80 cm vorgegeben (empfohlen werden jedoch Türbreiten von mind.90 cm) lichte Durchgangsbreite haben, so dass sie im Besuchsfall auch von Rollstuhlnutzern passiert werden können. Ggf. kommt in schwierigen Grundrisssituationen (vor allem im Bad) auch der Einbau einer Schiebetür in Frage.
  • Das zentrale Thema für den Bereich Wohnen ist die Vertikalerschließung mit dem Aufzug. Aus Gründen der Investitions- und Unterhaltskosten wird der Einbau vielfach abgelehnt. Diese Haltung scheint mehr als befremdlich, bietet der Aufzug doch erheblichen Komfort und sichert den Bewohnern das Wohnen zu Hause.
  • Im Bad wird der Duschplatz bedingt durch den schwellenfreien Übergang zur Bewegungsfläche. Seitens der Industrie wurden zahlreiche Produkte entwickelt, die das Einrichten eines komfortablen und barrierefreien Bades erleichtern.

Grundriss eines barrierefreien Bades

Dusche mit Punktentwässerung

Duschbereich mit Formfliesen

  • Ein schwellenfreier Zugang zu Wohnungseingangstüren, Freisitzen (Balkon, Loggia und Terrasse) kann barrierefrei genutzt werden.  Diese konstruktive Maßnahme trägt dazu bei, dass der Übergang mit einem Hilfsmittel wie z.B. einem Rollator überfahren werden kann, und dass die Gefahr zu stolpern reduziert wird. In der DIN 18195-5:2000  wurde erstmals eine genormte Lösung empfohlen, die die bisher umstrittenen Abdichtungsaspekte regelt. Eine niveaugleiche Türschwelle ist als Sonderlösung zugelassen, wenn entweder ein ausreichend großes Vordach oder eine Rinne mit Gitterrost mit Anschluss an die Entwässerung vorgesehen werden.

Schwellenfreier Hauseingang

Schwellenfreier Terrasseneingang mit Rostabdeckung

Der schwellenfreie Hauseingang hat in der Regel eine mehrfache Sicherung gemäß der DIN 18195-5:2000-8 ein ausreichend großes Vordach, eine Entwässerungsrinne mit Rost und Gefälle > 2 % vor der Haustür. Der schwellenfreie Übergang für den Terrassenbereich wird bei ebenerdiger Lage wie der Hauseingang behandelt.

Konstruktionssituationen dieser Art treten immer wieder auf. Die notwendige Wärmedämmung der Terrasse oberhalb des beheizten Raums erschwert in erheblichem Maße die Ausführung eines  schwellenfreien Übergangs. Die Wahl der Vakuum-Wärmedämmung und deren sorgfältige Verarbeitung führen zu konstruktiv einwandfreien Lösungen. Die Ausführung einer Lochblechabdeckung sollte nur gemeinsam mit einem zusätzlichen Vordach ausgeführt werden.

Schwellenfreier Übergang oberhalb eines beheizten Raums

Übergang mit Lochblechabdeckung

Übergang zu getrennter Balkonplatte

KS-Lexikon