Bundesverband Kalksandsteinindustrie e. V.

Checkliste Planung

Generell

  • Bauteam anstreben
  • frühzeitige Zusammenarbeit mit
    • Vermessungsingenieur
    • Bodengutachter
    • Tragwerksplaner
  • Im Verlauf der weiteren Planung Fachingenieure hinzuziehen für
    • Bauphysik (Wärme-, Schall- und Brandschutz)
    • Haustechnik
    • Landschaftsplanung sowie
    • den KS-Bauberater
  • ausführende Unternehmen mit einbeziehen (ausführungsgerechte Planung)
  • Genehmigungsrisiko minimieren durch Bauvoranfrage

Grundstück und Erschließung

  • Zulässige Geschossfläche möglichst voll ausschöpfen
  • PKW-Stellplatzfrage klären: Tiefgarage, Carports, Stellplätze an öffentlichen Verkehrsflächen?
  • notwendige Abstandsflächen zu anderen Gebäuden und Verkehrswegen sinnvoll nutzen (z.B. begrünte PKW-Stellplätze)
  • Mehrfachnutzung von Verkehrsflächen (befestigte Wohnwege als Feuerwehrzufahrt)
  • Führung der internen Ver- und Entsorgungsleitungen optimieren
    • möglichst von einem einzigen städtischen Anschluss aus
    • bei Reihenhäusern und Hauszeilen Längsverteilung im Keller mit einer Übergabestelle pro Gebäude

Gebäudegestalt

  • Kompakte Baukörpergestaltung
    • Verhältnis Außenwand zu umbautem Raum unter 0,25 im Geschosswohnungsbau, unter 0,3 im verdichteten Flachbau anstreben
    • Verhältnis umbauter Raum zu Wohnfläche unter 4,5 anstreben
    • Verhältnis Außenwand- zu Wohnfläche optimieren, da Hüllflächen besonders kostenwirksame Bauteile sind
    • "Kühlrippen-Architektur" vermeiden
    • Fensterkennwert unter 0,15 m² pro 1,00 m² Wohnfläche
    • flache Pultdächer erfordern Dachentwässerung nur an einer Seite
    • bei einer Gebäudetiefe von 10 bis 12 m stellt das geneigte Satteldach mit 35 bis 45' Dachneigung die wirtschaftlichste Lösung dar
  • Bau- und Raumprogramm
    • Beschränkung auf wenige, immer wiederkehrende Bautypen
    • optimal: 4 Geschosse (kein Aufzug nötig; keine erhöhten Brandschutzaufwendungen)
    • Verhältnis Außenwand- zu Wohnfläche optimieren, da Hüllflächen besonders kostenwirksame Bauteile sind
    • Einbeziehung des Dachgeschosses in die Wohnnutzung entweder sofort oder als Raum-Reserve zum späteren Ausbau
    • barrierefreie Erschließung wenigstens des Erdgeschosses
    • Treppenhausnutzung optimieren: Drei- oder Vierspänner
    • Verkehrsfläche zu Wohnfläche im Verhältnis ca. 0,22
    • evtl. innenliegende Treppenhäuser; dadurch bessere Nutzung der Fassadenfläche für die Belichtung tiefer Wohnungen

Optimierung des Tragwerkes

  • Tragwerk allgemein
    • Tragwerk allgemein
    • Lastfluss optimieren, ausgehend von den unteren Geschossen (Tiefgarage, gewerbliche Nutzung)
    • Abstimmung der Gebäude- und Bauteilabmessungen auf lieferbare Steinformate, Fertigteile und Halbfertigteile
    • zweiachsige Spannrichtung ermöglicht Verringerung der Deckenstärke gegenüber einachsiger Lastabtragung; Deckendicke > 16 cm (Schallschutz)
    • gleiche Spannweiten zwischen tragenden Wänden; Stützweiten < 6 m, besser < 5 m
    • deckengleiche Fensterstürze und Unterzüge erfordern weniger Schalungsaufwand, sind kostengünstiger zu erstellen
    • materialintensive Bauteile für mehrere Funktionen heranziehen; massive, schallschützende Wohnungstrennwände als tragende Querwand-Schotten
  • Fundamente und Bauwerkssohlen
    • Verringerung der Auflasten durch Konstruktionsoptimierung und gleichmäßige Lastverteilung ermöglichen geringere Fundamentabmessungen
    • bei Vorliegen eines Bodengutachtens eventuell möglich: 1)zulässige Bodenpressungen besser ausnutzen (ohne Risikozuschläge) 2)Reduzierung der Fundamentbreiten unter den Haupttraggliedern
    • bewährt: Kombination von Bodenplatte und niedrigen Streifen- bzw. Muldenfundamenten
  • tragende Wände
    • tragende Wände von 11,5 cm Dicke sind bis zu vier Vollgeschossen möglich, sonst 17,5 cm
    • weniger nicht tragende, mehr tragende Innenwände bei verringerten Spannweiten
    • auf aussteifende Wände kann verzichtet werden, wenn ein statischer Nachweis nach DIN 1053-1, für eine unten und oben gehaltene Wand geführt wird
    • tragende Wände müssen geschossweise übereinander stehen
    • KS-Plansteinmauerwerk ist ab d = 17,5 cm mit Rohdichteklasse 1,8 als Brandwand geeignet

Baukonstruktion - Primärstruktur

  • Verwendung von großformatigen KS-Steinen (KS-R) bzw. KS XL
  • Ausbau-Aufwand sparende Oberflächen einplanen: Mauerwerkswände mit Dünnlagenputz, Fertigteildecken, die unverputzt bleiben können
    • Verwendung von Dünnlagenputz erspart nicht nur Kosten, der Wohnflächenabzug von 3% entfällt = Flächengewinn
    • Verzicht auf Estrich im Keller bzw. in der Tiefgarage; Betonsohle lediglich durch Abreiben glätten
  • Festlegung der Geschosshöhe
    • Steinformate beachten
    • lichte Rohbauhöhe im Keller von z.B. nur 2,25 m bringt Einsparungen, auch bei den Aushubmassen der Baugrube
    • lichte Geschosshöhe auf 2,40 m reduzieren (lichte Rohbauhöhe: 2,51 m)
    • Treppensteigungen beachten, also z.B. 2 mal 7 Steigungen
  • Wärmeschutz
    • 17,5 cm KS + 10 cm Wärmedämmverbundsystem erbringt U = 0,35 W/(m² K)
    • bei zweischaligem Mauerwerk auf Luftschicht zwischen Verblendung und Wärmedämmung verzichten; erbringt Wohnflächengewinn
  • Schallschutz
    • Zweischalige Haustrennwände: 2 x 11,5 cm KS, Rohdichteklasse 2,0, mit 2 x 10 mm Putz haben ein Schalldämm-Maß von R' = 67 dB; zum Vergleich die Schallschutzanforderungen nach DIN 4109: R'w = 57 dB, die Empfehlungen für erhöhten Schallschutz nach Beiblatt 2 zur DIN 4109: R'w > 67 dB
    • Wohnungstrenn- und Treppenhauswände: KS, Rohdichteklasse 2,0, mit 2 x 10 mm Putz 
      mit 20 cm-Stein: R'W = 53 dB, das entspricht den Schallschutzanforderungen nach DIN 4109 
      mit 24 cm-Stein: R'W = 55 dB, das entspricht den Empfehlungen für erhöhten Schallschutz nach Beiblatt 2 zur DIN 4109
  • Feuchteschutz
    • bei glattem Kelleraußenmauerwerk (z.B. KS XL) ist das Aufbringen einer Schweißbahn ohne Unterputz oder einer Bitumendickbeschichtung (KMB) kostengünstiger und effektiver als Sperrputz mit Bitumenanstrich
  • nicht tragende Wände
    • je nach Art der Ausführung genügen Trennwanddicken von nur 7 oder 10 cm
    • bei Verwendung von KS XL ist der Einsatz von Dünnlagenputz möglich
  • Treppen
    • gerade laufende Treppen mit rechtwinkligen Stufen sind kostengünstiger als gewendelte eine Verringerung der Auftritttiefe vermindert die Lauflänge der Treppe
    • weniger Treppenstufen und verkürzte Lauflängen sparen Treppenhaus - zugunsten Wohnfläche
    • auch gerade laufende Geländer sind kostengünstiger als gewendelte
  • weitgehende Verwendung vorgefertigter Bauteile einplanen
    • Balkone separat vor die Fassade stellen/thermisch trennen
    • vorgefertigte Treppen ersparen gesonderte Bautreppen, lassen sich zeitsparend montieren und erfüllen mit Neopren-Auflager Schallschutzanforderungen
    • Dach-Verbundelemente mit integrierter Wärmedämmung, Unterspannbahn und fertiger Untersicht stellen bei großen, durchgehenden Dachflächen eine kostengünstige Alternative dar
    • Dachgauben eignen sich für die zeit- und kostensparende Vorfertigung
    • Fertigteil-Lichtschächte verwenden

Baukonstruktion - Sekundärstruktur

  • konstruktive Trennung der Installationen von tragenden Bauteilen und Wohnungstrennwänden (Schallschutz, Zugänglichkeit)
  • Leitungsschlitze vermeiden
    • Vorwandinstallation
    • Leitungen für Reparaturen und Nachinstallationen zugänglich lassen, z.B. offene Leitungsführung in einem Abstellraum hinter dem Bad
    • Verzicht auf Heizkörpernischen
  • nur eine Installationswand im Bad/WC
  • Elektroinstallation
    • obere Verteilung: Leerrohre in der Betondecke (für Lichtstrom) vorsehen
    • untere Verteilung: Steckdosenkreislauf; Leitungen in ca. 4 bis 5 cm über Rohfußboden an der Wand befestigen, Schlitze bis zur Steckdosenhöhe sauber fräsen
  • raumhohe Türelemente sind meist kostengünstiger als Mauerwerk mit Sturzausbildung
  • einfache Erstausstattung; Nachrüsten ermöglichen
    • nur notwendige Türen einbauen
    • generell keine Küchenausstattung
    • Badausstattung mit einfachen Sanitärobjekten
    • Tapezieren den Mietern/Käufern überlassen

Ausführungsplanung

  • zeitliche und örtliche Gewerkeentflechtung anstreben
  • projektweise vorgefertigte Elemente statt Ortbeton vorsehen
    • Verwendung deckengleicher Unterzüge anstelle örtlich geschalter Unterzüge
    • Ringbalken auf der Baustelle vorfertigen oder KS-U-Schalen verwenden
  • Objekt in überschaubare Abschnitte einteilen
  • Know-how der Bauausführenden einbinden
  • Baustelleneinrichtungsplan mit ausführenden Unternehmen und Anschlussgewerken abstimmen
    • detaillierte Beschreibung der verfügbaren Geräte (Hebezeuge) und Lagerflächen; Mitbenutzungsmöglichkeiten in die Ausschreibung einarbeiten

Dokumentation

  • Bautagebuch führen
  • genaue Rechnungsprüfung hinsichtlich Leistungen, aufgeführter Massen usw. im Vergleich zum Angebot
  • tatsächlich angefallene Kosten mit Voranschlag vergleichen
  • Einsparungseffekte herausfiltern und bewerten

KS-Lexikon